Donnerstag, 30. Juni 2016

Monatscollage Juni

Es war ein interessanter Monat, in jeder Hinsicht.




Die Rückkehr aus einer faszinierenden Stadt, ein erfolgreicher Bummel über die Büchermeile auf der Kö, beim vielen Regen versucht, die guten Seiten zu sehen, große Freude über die Knospen der Agapanthus aus Madeira, viel genäht, das Zusammensein mit den Enkelkindern genossen.

Die Collage geht natürlich zu Birgitt, die mir in diesem Monat mit ihren Berichten von der Ostsee eine besondere Freude gemacht hat.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Lebensstationen - was zum Lernen?

Selbst im eigentlich doch ruhigen kreativen Bloggerland hinterlassen die jüngsten Ereignisse Spuren. Die Äußerungen sind sehr unterschiedlich, es überwiegt -erfreulicherweise - die große Sorge um die großartige Idee des vereinigten Europa. Aber da auch auf Äußerungen eines Dr. Maximilian Krah hingewiesen wird, muss ich mich dazu äußern. Eigentlich mache ich keine Reklame für solche Politiker, aber ich weise hier mal auf seinen Artikel hin, damit sich jeder ein Bild machen kann. https://maximiliankrah.wordpress.com/2016/06/26/brexit-die-rueckkehr-der-ideen-in-die-politik/ Wenn ein CDU-Politiker sich auf  Herren wie Hofer und Orban beruft, dann wird deutlich, dass er der rechtspopulistischen Szene zuzurechnen ist. Hier hat jemand die grundlegenden Ideen eines vereinten Europa nicht einmal ansatzweise verstanden. Sein Artikel besteht aus plumpen Behauptungen und Unterstellungen. Den Akteuren die immateriellen Werte abzusprechen, auf denen unsere Zivilisation ruht, ist blanke Hetze. Er gehört zu denen, die nicht verstanden haben, dass die EU an erster Stelle eine auf immateriellen Werten gegründete Einrichtung ist, ein auf Frieden, Freiheit und politische Teilhabe ausgerichtetes Vorhaben von größter politischer Bedeutung. Norbert Hofer und Victor Orban sind Rechtsradikale und Faschisten. Wer sich auf diese Politiker beruft, hat sich selbst gut eingeordnet. Auch das Gerede von der steigenden Kriminalität ist reine Stimmungsmache, es sei denn, er meint die erschreckende Zunahme an rechtsradikalen Übergriffen auf Asylanteneinrichtungen. Im übrigen sinkt die allgemeine Kriminalität seit Jahren.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es übereinstimmende Praxis ist, Flüchtlinge keinesfalls nach Ungarn zurückzuschicken, denn die Berichte über Übergriffe in ungarischen Einrichtungen sind zu erschreckend.
Die im Artikel geäußerte Auffassung, dass die Herrschaft über das eigene Land nur gegen die EU zu haben sei, dass die EU nur ein rein ökonomisches Projekt sei, dass Identität und Eigenverantwortung nur gegen und nicht in der EU zu finden seien und erst mit dem Brexit zurück auf der politischen Bühne seien, das ist nicht nur sehr plump und populistisch, es ist böswilliger Unsinn.
Interessant ist, dass in England deutliche Katerstimmung aufkommt. Ein Redakteur der SUN, der sich vehement für den Brexit eingesetzt hat, jammert jetzt, er hätte das nicht getan, wenn er gewusst hätte, welche Folgen das hat. Was soll man dazu noch sagen? Was der Brexit uns allen deutlich vor Augen führt: wenn eine Bevölkerung sich von Parolen verführen lässt und sich nicht konkret und genau informiert, ist das der Weg ins Aus. Ein Freund meines ältesten Sohnes lebt in Warschau, er ist mit einer Polin verheiratet und er berichtet, dass vor allem den jungen Polen gerade auf eine sehr bittere Art klar wird, dass man zur Wahl gehen muss. Die Rechten konnten nur an die Macht kommen, weil die Wahlbeteiligung so gering war.
Mehrfach habe ich die Äußerung gelesen, dass das ja alles nicht so schlimm wäre, Großbritannien könne ja den Status von Norwegen und der Schweiz einnehmen. Hier liegt ein großer Irrtum vor:

Norwegen und die Schweiz sind Mitglieder der EEA(European Economic Area) und haben deshalb, und nur deshalb, Zugang zum EU Binnenmarkt. Mitgliedschaft in der EEA bedeutet aber
1. die Geltung von EU Recht(ausgenommen Fischerei und Agrarrecht)
2. Zahlung von Beiträgen
3. Aufrechterhaltung der EU Grundfreiheiten, darunter vor allem die Freizügigkeit, eben auch für EU Bürger aus Osteuropa.
Die LEAVE Kampagne hat den britischen Bürgern versprochen:
1.EU Recht gilt nicht mehr
2. keine Zahlungen mehr an die EU
3.keine Freizügigkeit, insbesondere für Osteuropäer nach England.
Wenn es die Brexit-Leute also ernst meinen, dann gilt das Norwegen-Modell nicht. Vor allem sind die mit enormer Anspruchshaltung ausgehandelten Vergünstigungen für Großbritannien hinfällig. Selbst die britischen EU-Parlamentarier haben schon angekündigt, dass sie die Vergünstigungen für GB nicht mehr ratifizieren werden.
Es scheint leider immer deutlicher zu werden, dass vielen Briten nicht klar war, wofür sie stimmen. Angst und Frust sind immer sehr schlechte Ratgeber.


Ich erlaube mir heute einmal eine Aufstellung ganz einfacher Fakten, die Teil meines Lebens waren und sind. Da ich inzwischen einige Jahre auf dem Buckel habe, finde ich es wichtig, einige Dinge sehr deutlich zu nennen.
1. Ich bin ein Nachkriegskind. Meine Eltern waren ausgebombt und hatten bis auf ein paar Teile alles verloren. Mein Vater hat am Russlandfeldzug teilgenommen und von Anfang an gewusst, dass das der Anfang vom Ende war. Er hat das Elend des Krieges nie verwunden und das hat mich stark geprägt.
2. Trümmer und Kriegsversehrte gehörten zum Straßenbild meiner Kindheit genauso wie die Besatzungssoldaten -hier die Engländer. Ich habe als Kind nie ganz verstanden, was das bedeutete, nur, dass es was mit dem Krieg zu tun hatte.
3. Meine erste Erinnerung an schlimme Nachrichten im Fernsehen sind Bilder von Flüchtlingen, die aus Ungarn über ein Feld rennen und dann durch den Stacheldraht kriechen. Ich erinnere mich auch an aufgeregte Gespräche über die Flucht des ungarischen Kardinal Minszentiy vor der kommunistischen Verfolgung in die amerikanische Botschaft.
4.In den ersten Jahren auf dem Gymnasium kamen regelmäßig neue Mitschülerinnen aus der Ostzone, wie das damals hieß, die erzählten, wie die Flucht war und was der Grund war. Wir konnten uns das gar nicht vorstellen.
5. Im August 1961 war ich mit meinen Eltern in Bayern als die Nachricht vom Mauerbau im Radio kam. Zwei Familien waren aus Berlin, die waren völlig verzweifelt und ich habe versucht, das alles zu verstehen, was mir nicht wirklich gelungen ist. Aber es war beängstigend.
6. Zwei Jahre vor dem Abitur haben wir versucht, einer verzweifelten Mitschülerin beizustehen, die erfahren hatte, dass ihr Bruder in einem Ostberliner Gefängnis umgekommen war, offiziell an Herzversagen. Das hat niemand geglaubt. Er studierte in Westberlin und hatte sich einer Fluchthelferorganisation angeschlossen und war erwischt worden. Alle Versuche, ihn rauszuholen sind gescheitert, und dann kam die Todesnachricht.
7. 1962 haben wir die Kubakrise erlebt. Meine Eltern haben nicht mehr an den Fortbestand des Friedens geglaubt und wir haben morgens in der Schule gebetet, obwohl wir kein konfessionelles Gymnasium waren. Es hatten einfach alle Angst.
8. Ziemlich zur gleichen Zeit kam im Fernsehen die erste große und sorgfältig recherchierte Dokumentation über den Holocaust. Ich bin meinen Eltern bis heute dankbar, dass sie großen Wert darauf legten, dass diese Sendung geschaut wurde. Genauso dankbar bin ich meiner großartigen Geschichtslehrerin, dass sie mit uns gründlich erarbeitet hat, was zu dem Sündenfall der deutschen Geschichte geführt hat.
9.Dann kam 1965 der Auschwitzprozess, das große Verdienst von Fritz Bauer. Ich habe alles verschlungen,was es an Büchern darüber und über die Zusammenhänge gab, um das Unfassbare irgendwie greifen zu können.
10. In die 60ger Jahre fällt auch der Kampf der farbigen Amerikaner. 1963 der große Marsch der Bürgerrechtsbewegung nach Washington mit der ergreifenden Rede von Martin Luther King.
11. Der Kampf gegen die Apartheid in Südafrika.
12.Nach dem Abitur habe ich Anglistik und Romanistik studiert und bin einige Zeit im Ausland gewesen. Das war damals wesentlich komplizierter als heute. Diese Zeit hat mir den Blick geöffnet, wie wichtig es ist, über Grenzen hinweg miteinander zu reden und sich zu respektieren, und ich habe deutliches Misstrauen gespürt, weil ich Deutsche war.
13. In dieser Zeit wurde die Idee des vereinigten Europa immer lebendiger und immer mehr Teil des Alltags, Städtepartnerschaft, Schüleraustausch, gegenseitiger Besuch von Studentengruppen.
14. Aber immer noch prägend für die politische Landschaft war der eiserne Vorhang. 1971 war ich mit meinem Mann in Westberlin und wir haben als Bundesdeutsche natürlich die Möglichkeit genutzt, uns auch Ostberlin anzuschauen. Das war unglaublich bedrückend, diese Ausweiskontrolle in einem Ton wie auf dem Kasernenhof. Auf der Straße sind wir von Ostberlinern angesprochen worden, sofort kamen ein paar Vopos und forderten uns auf weiterzugehen. Alles Grau in Grau und fast leere Straßen. Abends waren wir beim Berliner Ensemble. Das war für uns als Brechtfans ein Highlight. Die Aufführung des Arturo Ui ist für uns bis heute unvergessen. Aber die dauerte und dauerte und wir wollten doch keinesfalls vor dem Ende gehen. Wir haben also ständig auf die Uhr geschaut, denn wir mussten vor 24Uhr durch den Tränenpalast an der Friedrichstraße. Der letzte Satz war gesprochen und wir sind aufgesprungen und gerannt über die Brücke und gerade noch rechtzeitig durch diese verdammte Kontrolle. Als wir dann wieder im Westen waren, sind wir erstmal was trinken gegangen und haben die Lichterreklame richtig genossen. Was für ein krankes System!
15. Dann kam die Friedensbewegung, die so viel bewirkt hat. So viele Menschen haben sich eingesetzt für Lösungen durch Verhandlungen und Gespräch, durch Völkerverständigung, durch gegenseitigen Respekt. Die manchmal etwas spinnerten Auswüchse haben da nicht gestört. Dazu gehörten die Studentenunruhen, die ganz wichtig für den Betrieb der Hochschulen waren, die Mitbestimmung usw..
16. Der § 175 wurde erst im Jahre  1994 abgeschafft. Wie viele tragische Geschichten verbinden sich damit. Jetzt propagiert die AfD, sie wolle die rechtliche Gleichstellung der Homosexuellen abschaffen.
17. Als ich meine erste Stelle als Lehrerin antrat, musste mein Mann noch den Vertrag unterschreiben, weil Frauen damals noch die Zustimmung des Mannes für die Berufstätigkeit brauchten. Wir beide haben das unter humoristischer Einlage verbucht, aber bei anderen wurde daraus ein Machtspiel.
18. Der Vietnamkrieg, ein schreckliches Kapitel, unzählige Veranstaltungen und Proteste. Die vietnamesischen Flüchtlinge, die heute mit ihren Kindern und Kindeskindern so selbstverständlich zu uns gehören, ein gutes Ergebnis.
19. Der Höhepunkt des Irlandkonflikts, der blanke Hass zwischen zwei christlichen Religionen.
20. Die Rassenkonflikte in den USA
21 Die Ermordung John F. Kennedys, später seines Bruders Robert und dann die von Martin Luther King.
22.Der Prager Frühling 1968, da war ich in Paris. Es gab riesige Demonstrationen der Studenten, Diskussionen ohne Ende. Was konnten wir schon machen.
23. Der Terror der RAF, der so sinnlos war und manchmal im Alltag zu sehr skurrilen Auswüchsen führte.
24. Dann die kluge Annäherungspolitik an den Ostblock durch Brandt, Bahr und Genscher. Mit dieser klugen Politik hat die Bundesrepublik ihren Platz in Europa gefunden.
25. 1989 waren wir mit unseren Kindern in der Bretagne, als im französischen Fernsehen über die Flüchtlinge in der Prager Botschaft berichtet wurde und ich musste ständig für meinen Mann und die größeren Kinder übersetzen. Dann kamen die schrecklichen Berichte über das Massaker in Peking und wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass die Entwicklung in der DDR friedlich verlaufen würde.
Alles was danach kam, hätten wir niemals für möglich gehalten und ich bin sehr froh, dass mein Vater die Wiedervereinigung noch erlebt hat. Ich bin der Meinung, dass die Anstrengungen, die dann über viele Jahre unternommen wurden, um die beiden so verschieden entwickelten Teile Deutschlands wieder zusammenzubringen, allen Anlass für Stolz und Dankbarkeit geben. Sie waren aber nur in einem vereinigten Europa möglich.
Nicht Ausgrenzung und Abschottung macht stark, sondern nur die Freiheit jedes einzelnen zu leben, wo er will, wie er will unter der Voraussetzung, dass die Rücksicht auf die Gemeinschaft aller oberstes Gebot ist. Meine Kinder und Schwiegerkinder haben dank der EU problemlos im europäischen Ausland studieren können.
Freiheit ist Aufgabe und Verantwortung, nicht Anspruch. Freiheit ist der Respekt für den anderen und als oberstes Gebot die Achtung der Menschenwürde und Menschenrechte.  Es hat einen Grund, dass es bei uns den Paragrafen der Volksverhetzung gibt.
Das alles habe ich geschrieben, weil ich nicht alles einfach hinnehmen will und weil mir das vereinte Europa eine Herzensanliegen ist. Jeder soll sich sein eigenes Bild machen und die Parteienlandschaft ist bunt, aber undemokratische Strömungen, die auf Ausgrenzung aus sind, sollten alle meiden, denen an der Bewahrung der Freiheit etwas liegt.
Und jetzt müssen wir hoffen, dass die wirklichen Europäer, nämlich die, denen die immateriellen Werte am Herzen liegen, sich durchsetzten.


Möge die europäische Idee und die Völkerverständigung weiterleben.

Dienstag, 28. Juni 2016

Nähtherapie

Heute wurde es allerhöchste Zeit, einfach nur was Schönes zu machen. Gestern und vorgestern hatten wir Besuch von drei Enkelschätzen. Binnen kurzer Zeit war das Wohnzimmer wieder Spielezentrum und von Kinderlachen erfüllt. Am Nachmittag ist dann noch der Patenonkel der Prinzessin mit zum Schwimmen gefahren. Die Begeisterung kannte keine Grenzen.


Heute habe ich die Nähmaschine wieder ordentlich auf Trab gebracht. Schöne Sachen für die Prinzessin stehen auf dem Programm, denn bald geht's ab in die Ferien.

Das Erdbeerkleidchen ist aus der Ottobre 3/2013. Den Stoff habe ich mal auf dem holländischen Stoffmarkt gekauft.



Ottobre 1/ 2011


Ottobre 1/ 2016

und natürlich braucht das Püppchen auch ein neues Outfit.


Das Püppchen ist übrigens auch der Oma von der Nadel gesprungen, aber das ist schon länger her.
Und dann wird es allerhöchste Zeit von meinem Gewinnerglück zu erzählen. Vor ein paar Wochen habe ich hier, bei einer besonders netten Bloggerkollegin einen Kindertrolley gewonnen. Unsere Prinzessin geht ohne das Teil nicht mehr aus dem Haus. Danke, liebe Gina.


verlinkt zu creadienstaghandmadeontuesday und dienstagsdinge

Montag, 27. Juni 2016

Nord-Süd-Gedanken



Kebo hat die Frage nach Norden oder Süden gestellt. Bei mir fällt die Wahl ganz deutlich auf den Norden. Dabei geht es nicht darum, wo es schöner ist, sondern wo ich mich eher wohl und zuhause fühle. Für mich ist der Himmel über dem skandinavischen Fjell, das Rauschen der wilden Gewässer, die unendliche Weite im Norden etwas Zauberhaftes. Ich nehme gerne in Kauf, dass das Wetter oft auch schlecht sein kann.











Natürlich ist auch der Süden schön. Rom ist eine Stadt, die einen begeistern kann, Madeira hat eine überwältigende Pflanzenvielfalt, vom landschaftlichen und kulturellen Überschwang der Provence gar nicht zu reden. Aber wenn ich wählen müsste, was ja erfreulicherweise nicht nötig ist, wäre es der Norden. Vielleicht sind wir ja auch ein bißchen verrückt, wir fahren am liebsten im tiefen Winter nach Norderney.
Jeder sollte sich da niederlassen oder erholen, wo er sich wohl oder zuhause fühlt.
Viele Grüße an Kebo mit einem Danke für eine nette Idee.

Sonntag, 26. Juni 2016

Anstand und Bildung

Kann es sein, dass der Mob das Bild unserer Gesellschaft bestimmt? Kann es sein, dass Bildung, dass humanistische Bildung, ein Fremdwort geworden ist? Ist es jetzt normal, dass der Bundespräsident und andere Politiker sich anpöbeln lassen müssen von Schreihälsen, die den Bildungsstand einer Amöbe haben? Ich habe mir immer die größte Mühe gegeben, Kindern und Jugendlichen klar zu machen, dass eine Gesellschaft das Ganze von vielen einzelnen ist und dass diese Gesellschaft nur gut funktionieren kann, wenn jeder einzelne seinen Beitrag leistet. Ansprüche stellen ist leicht, Ansprüche erfüllen ist wesentlich schwerer.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/joachim-gauck-in-sebnitz-beschimpft-und-beleidigt-a-1099884.html

Was ist eigentlich in Sachsen los? Woher kommt diese primitive Hemmungslosigkeit?
Ich war kurz nach der Wende in Dresden und Meißen. Ich war vom Zustand der Städte so entsetzt, dass ich Tränen in den Augen hatte. Seitdem bin ich zigmal da gewesen und freue mich jedesmal über diese märchenhafte Verwandlung. Es gibt doch allen Grund, stolz zu sein und die Welt einzuladen, diese Verwandlung mitzufeiern. Eine Demokratie ist kein Selbstbedienungsladen, sondern ein anspruchsvolles Arbeitsprogramm, das zu einem großartigen Lebensstandard führt.

Die EU ist das Erfolgsprogramm in einem durch Kriege geprägten Europa. Wer das nicht verstanden hat, dem ist nicht zu helfen. Wir merken die Vorteile doch bei jeder Reise. Man muss nur einmal in die Schweiz kommen, dieses großartige Land, dessen Wirtschaft aber schwer zu kämpfen hat, weil sie nicht in der Währungsgemeinschaft sind. An der Grenze in Süddeutschland werden die deutschen Geschäfte leer gekauft und die Schweizer Einzelhändler haben große Probleme. Wenn ich dann lese, dass eine Schweizerin meint, das mit dem Brexit sei nicht so schlimm, die Schweiz sei ja auch nicht in der EU, dann frage ich mich, ob die Dame Augen im Kopf hat.

Aus all dem müssen wir lernen: ALLE müssen zur Wahl gehen. Eine geringe Wahlbeteiligung spielt den Populisten in die Hände. Das darf nicht sein.
Zum Schluss schicke ich euch noch Bilder von meinen Lilien, die trotz Dauerregen vor dem Wohnzimmerfenster strahlen. Gut, wenn man einen Sohn hat, der den PC reparieren kann. Jetzt kann ich auch wieder Bilder hochladen. Ich wünsche euch eine schöne Woche.




Samstag, 25. Juni 2016

Ohne Bilder

Ohne Großbritannien muss es eigentlich heißen. Eigentlich stand ein ganz anderes Thema an, aber ich muss mal meinen Ärger los werden. Ich habe festgestellt, dass seit gestern ein Fehler auf dem Bloggerprogramm unterwegs ist. Ich kann keine Bilder posten und hoffe, dass das Problem bald behoben wird. Aber ich poste hier dennoch, weil ich unglaublich zornig bin. Es tröstet ja nicht, dass die Entscheidung der alten Engländer ihr eigenes Land am härtesten treffen wird. Es gibt inzwischen erschütternde Statements von jungen engagierten Briten, die hart gearbeitet haben, um bei der EU arbeiten zu können. Sie stehen vor einem Scherbenhaufen ihrer Existenz. Hoffentlich können wir hier verhindern, dass die Populisten mit ihren angeblichen Wahrheiten Stimmung machen. Wir erleben ja gerade, was die AfD anrichtet. Ich bin sowieso schon fassungslos, dass es in Ostdeutschland möglich ist, dass ein NPD-Mann Bürgermeister wird. Wie viel Dummheit kann eine Gesellschaft ertragen?
War den alten Briten eigentlich klar, dass die Gibraltarfrage wieder da ist, dass der offene Grenzverkehr zwischen Nord- und Südirland hiermit beendet ist, dass das Jobs ohne Ende kosten wird?
Unsere Kinder haben bisher die europäische Freiheit und Offenheit genossen und sie wissen auch - wir sollten es alle wissen -, dass genau da die Stärke Europas liegt, dass in der Vielfalt und Freiheit ein geradezu unendliches Potential liegt, unerschöpflich an Intelligenz und Ideenreichtum.
Großbritannien schrumpft sich gerade zum Drittweltstatus. Und warum? Weil ein eitler, machtgeiler Premierminister glaubte, er könne seine Position stärken. Die Geister, die er rief........
Wundert es? Schon kommt aus Cornwall, das mit großer Mehrheit für den Brexit gestimmt hat, aufgeregtes Fordern: die bis 2020 zugesagten Fördergelder müssten aber trotzdem kommen. Ja, geht's noch?
Eine der größten Errungenschaften des kriegsgeschundenen Europa wird mit Stammtischparolen und Lügen zertrampelt.
Im Bekanntenkreis meiner Kinder gibt es mehrere deutsch-englische Ehen, wo der englische Partner immer noch den englischen Pass hat. Übereinstimmend: es wird die deutsche Staatsangehörigkeit vorgezogen.
Ich würde euch jetzt hier gerne einen hübschen Blumenstrauß malen, geht leider nicht. Wahrscheinlich liegt das Bloggerprogramm heulend in der Ecke, weil die Briten den Verstand verloren haben. Ich hoffe, das übrige Europa kratzt an Hirnschmalz zusammen, was nur möglich ist.
Ich wünsche euch trotzdem ein schönes Wochenende trotz Dauerregen.

Freitag, 24. Juni 2016

Freitagsblumen

Heute wieder ein Besuch bei Holunderblütchen.
Bei den augenblicklichen Wetterkapriolen, musste es heute die gelbe Vase sein. Gelb-Weiß-Grün ist sowieso eine schöne Verbindung. Diesmal ist der Garten nur ein wenig beteiligt. In der Nachbarschaft gibt es einen kleinen aber feinen Blumenladen, eigentlich schon ein Lädchen. Da habe ich mir ein paar weiße Stile geholt und sie mit Zweigen von der Spiräe, dem Gingko und vom Wein zusammengestellt.




Es ist mir auch noch wichtig, euch allen zu sagen, wie sehr ich mich über eure Grüße immer freue, aber in den letzten Tagen schaffe ich es nicht immer, euch zu schreiben. Aber das wird alles nachgeholt.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Dienstag, 21. Juni 2016

Nadelwerk

Das Wetter macht uns klar, dass wir ab und zu Wärme brauchen. Also habe ich mal was Wärmendes für unseren Kleinsten gestrickt.


Die Wolle ist wieder von hier, das Muster ist wieder von mir.

Dieser Post wird ein wenig kürzer. Ich habe momentan wunderbaren Omadienst, da bleibt keine Zeit. Und ich muss ehrlich sagen, es ist doch schön, wenn die Mama gänzlich abgeschrieben ist, weil doch die Oma da ist. (Schmunzel,schmunzel)

Wie das so geht, die Brüder haben eine Feier, die Prinzessin hat Kennenlernnachmittag im Kindergarten, na klar geht die Oma mit der Prinzessin mit. Und das kleine Energiebündel meistert alles souverän. "Oma komm, ich zeig dir alles." Alles klar.



Abends wird die Oma entlassen mit dem Auftrag, für die Puppe auch so ein schönes Kleid wie für die Prinzessin zu nähen. Aber klar doch!

Montag, 20. Juni 2016

Blüten und Türen

Lotta sammelt Blüten und Bütenblätter, Nova sammelt Türen. Auf das Thema "Sammeln" komme ich nochmal zurück. Da ich momentan an unserem Urlaubsalbum über Madeira bastele, schicke ich diese Türen zu Nova nach Teneriffa.




In der Altstadt von Funchal haben Künstler Türen gestaltet, eine nette Idee.

Das Wetter macht uns ja momentan den Umgang mit Blüten nicht so einfach, aber immerhin blüht auf meiner Terrasse der Lavendel, dessen Blüten so klein aber auch so besonders sind. Die Blütenblätter tun unserer Nase gut. Aber eigentlich mag ich sie ganz am liebsten.






Ich wünsche euch allen eine schöne Woche.

Sonntag, 19. Juni 2016

Fußball?

...auch ein Thema. Mein Mann und ich verstehen vom Fußball schlichtweg gar nichts. Also gut: 22 Spieler. Punkt! Und natürlich Korruption, die ein Fressen für alle Kabarettisten ist. So weit so gut. Unsere Söhne und Schwiegersöhne sind unterschiedlich begeistert, aber alle haben Freude an einem spannenden Spiel und auch an diesem Sport. Da haben wir schon manchen fröhlichen Abend verbracht.
Momentan deprimiert mich einfach nur die entfesselte Gewalt, die das Bild der Fußballeuropameisterschaft prägt.. Aber es ist ja nicht nur der Fußball - es ist dieser entfesselte Hass, die Hemmungslosigkeit, den eigenen Frust in Gewalt auszuleben.
Ich möchte dem heute mal eine nette Familiengeschichte entgegenstellen:
Sie gehört zu dem, was wir Dönekes, kleine Geschichten, nennen.
1998 haben wir mit unserem jüngsten Sohn Paris besucht. Das war die Zwischenstation auf dem Weg zu unserem Urlaub an der Loire. Paris kenne ich gut und unsere Kinder sind alle immer gerne mitgefahren.







 Herrliches Sommerwetter! Als wir in die Nähe des Hôtel de Ville kamen, wunderten wir uns über all die hupenden Autos mit bunten Fahnen, über Menschenansammlungen an den Plätzen. Spätestens hier weiß jetzt jeder, dass wir in Sachen Fußball völlig hinter dem Mond sind. Plötzlich sagte unser 12jähriger Sohn: Mann, heute ist das Endspiel bei der Fußball-WM, Frankreich gegen Brasilien:
Es herrschte eine sehr ausgelassene und fröhliche Stimmung. Wir sind zwischen all den Menschen völlig entspannt bis zum Eiffelturm geschlendert. Wir hatten die Fahrt auf den Turm versprochen. Das hat mein Mann übernommen, denn ich habe fürchterliche Höhenangst. In der Zwischenzeit bin ich zum Trocadéro rüberspaziert. Davor war eine riesige Leinwand aufgebaut, aber wegen der Menschenmassen konnte man da gar nichts sehen. Als meine Männer zurückkamen, hatten sie beide ein breites Grinsen im Gesicht. Und was war so lustig? Ein Fußballfan ist auf den Eiffelturm gefahren und hat ein Francstück nach dem anderen in das Fernglas geschmissen, damit er so unten die Leinwand richtig erkennen konnte und vom Spiel möglichst viel mitbekam.
Wir sind durch Seitenstraßen zu den Champs-Elysées gelaufen. Die Leute in den Parterrewohnungen hatten alle die Fenster zur Straße weit aufgemacht und boten den Fans an, doch mitzuschauen und das schloss auch die Brasilianer ein. Irgendwann war klar, Frankreich hatte gewonnen. Der Arc de Triomphe wurde in den französischen Farben angestrahlt, es herrschte eine unglaubliche Ausgelassenheit. Die Menschen tanzten und sangen, und zwar Franzosen und Brasilianer. Die Franzosen trugen die typischen Maurice Chevalier Hüte und unser Sohn wurde in den Tanz einbezogen und bekam auch so einen Hut. Ihm wurde ständig auf die Schulter geklopft, als hätte er gewonnen. Wir konnten nur mit dem Strom mitlaufen, die ganzen Champs-Elysées hinunter. Wir bekamen so viel zu trinken angeboten, wir hätten nicht mehr gerade gehen können, wenn wir das alles angenommen hätten. Aber der Spaß war sehr ansteckend. Irgendwann mussten wir dann noch für ein paar Stationen die Metro benutzen, denn ein Taxi war nicht zu bekommen. Da war der einzige Moment, wo ich Angst bekam, denn da passte keine Stecknadel mehr zwischen die Menschen. Aber es blieben alle vernünftig und entspannt. Unser Sohn hatte den Hut jahrelang in seinem Zimmer hängen als Erinnerung an ein unerwartetes und grandioses Erlebnis, weil Menschen ein sportliches Ereignis fröhlich und ausgelassen gefeiert haben in einer der schönsten Städte der Welt und er war dabei.



Ich kann mir das so heute nicht mehr vorstellen, aber wir haben eine herrliche Erinnerung. Es wäre schön, wenn dieser Geist überleben würde.

 Die Bilder sind natürlich nicht von 1998.

Ich verabschiede mich mit einem Bild aus dem Garten des Musée Rodin und wünsche euch allen eine entspannte Woche.



Samstag, 18. Juni 2016

Regenzeit

Gemütliches Rauschen beim Aufwachen. Herrliches Plätschern beim Blick in den Garten. Erleichtertes Seufzen bei Donnergrollen. Heute kein Rasenmähen, bei dem Wetter?!
Alternativprogramm:
1.Brotbacken
Ich habe inzwischen unzählige Brotrezepte ausprobiert. Sehr begeistert bin ich von der Methode "Topfbrot", die ich u.a. bei Caro gefunden habe. Es gibt auch zig Anleitungen für Sauerteig, aber die beste ist immer noch die von Jean Pütz aus diesem Buch.
Vielleicht kann sich der eine oder andere von euch an die Hobbythek erinnern???? Jedenfalls steht in diesem Buch das beste und einfachste Rezept für Sauerteig.


Der Teig muss gut durchgeknetet werden. Eine gute Küchenmaschine ist hilfreich.



Ein schneller Tortenboden war auch noch drin, der Göttergatte hat die Erdbeeren besorgt. Dann stand der Schlemmerei nichts mehr im Wege.



2. Fotos sortieren und bestellen.
Ich bin ein großer Anhänger der altmodischen Fotoalben, die, die man richtig in die Hand nehmen kann, wo man auch was reinschreiben kann.  Unsere Kinder haben alle ein dickes Buch über ihre ersten Lebensjahre. Aber ich komme natürlich auch nicht immer zeitnah dahinterher. Jetzt tut sich wieder was. Momentan arbeite ich an dem Album über Madeira. Das ist auch schon wieder ein Jahr her.
Dann bekommt der kleinste Enkel noch ein Buch und eins ist für den ältesten in Arbeit.
Nicht, dass hier noch jemand denkt, es käme Langeweile auf.


Das ist nur ein klitzekleiner Teil meiner Fotoalben.

Zwischen zwei Regengüssen sind wir noch schnell mit dem Hund der verreisten tiernärrischen Tochter in den Wald gegangen.


Aber bei dem Wetter ist sogar der Hund froh, wenn er wieder zuhause ist.
Und jetzt noch der Himmel vor meinem Fenster.




Wie ihr seht, nicht mal der Himmel hat Langeweile.
verlinkt zu kaminrot.blogspot.de und zu In heaven.


Freitag, 17. Juni 2016

Blümchen in Reih und Glied

Heute ist wieder Blumentag. Das ist so eine schöne Idee, ich freue mich schon immer darauf. Da meine Rosen momentan einen Wettstreit in  "wer kann mehr und schneller?" verantsalten, stehen genug Blumen für die Vase zur Verfügung, und die Pracht soll ja auch honoriert werden. So stehen sie da in Reih und Glied.



Vor vielen Jahren hat mein Mann auf einer Japanreise Gefäß und Schälchen für japanischen Reiswein geschenkt bekommen. Wir haben es immer in Ehren gehalten, aber wir sind keine Sake-Trinker. Deshalb habe ich jetzt entschieden, sie anders zu nutzen, und das gefällt mir ausgesprochen gut.






Ich schicke viele liebe Grüße zum Friday-Flowerday und freu mich schon auf Eure Ideen.