Navigationsleiste

Samstag, 8. Februar 2020

Meine Woche 6/20

Es war alles dabei. Ganz banal nach der Rückkehr von der Insel wieder ankommen, ich brauche immer ein paar Tage. Ein Zahnarzttermin war fällig und dann angenehmer als befürchtet.

Der älteste Sohn hat auf der Durchreise hier Station gemacht und uns im Garten geholfen. Die Büsche mussten gestutzt werden und einiges an altem Gestrüpp musste weg. Wir sind noch lange nicht fertig, aber man soll es nicht gleich übertreiben.Also musste der traditionelle Apfelkuchen auf den Tisch.







Mann und Sohn durften auch mal wieder den Kopf über mich schütteln. Ab und zu sind bei mir so seltsame Meisterleistungen an der Reihe:
Ich wollte einkaufen, und da einiges auf der Liste stand, ging das diesmal nicht mit dem Fahrrad. Ich ins Auto gestiegen - kein Schlüssel. In der Tasche gewühlt - kein Schlüssel. Am Schlüsselbrett - kein Schlüssel. Sämtliche Taschen und Jacken durchwühlt - kein Schlüssel. Ich also völlig nervös - an dem Schlüsselbund ist alles dran, was ich so brauche - mit dem Schlüssel des Mannes zum Einkaufen gefahren. Dort gefragt, ob am Vortag ein Schlüsselbund gefunden wurde. Ja, es wurde einer gefunden. Aber nicht meiner. Bei der Physiotherapie angerufen, denn ich bildete mit ein, ich hätte ihn da zuletzt gehabt. Nix da.
Nun ja, ich habe erstmal eingekauft, alles ins Auto gepackt. Ich stecke das Handy in die Vortasche der Handtasche, passt nicht. Warum? Da ist schon mein Schlüsselbund drin. Noch Fragen????

Bei meinem Strickprojekt ist der Musterstreifen fertig, jetzt geht es einfach glatt rechts weiter.



Gefreut habe ich mich über die Schneeglöckchen und die Krokusse. Es sprießt schon ordentlich. Sollte es doch nochmal kalt werden, die kleinen Powerpflänzchen halten was aus.




Ich schicke Gartengrüße an Loretta und Wolfgang

Gelesen habe ich aus gegebenem Anlass in diesen Büchern:



Worüber ich mich in dieser Woche aufgeregt habe, habe ich hier schon geschrieben. In dem Zusammenhang habe ich mich sehr über die schnellen und lauten Proteste gefreut. Das war mir ein schwacher Trost angesichts der Schamlosigkeit der politischen Akteure. Ich möchte hier einige Zitate erwähnen, die für sich sprechen:

Herr Lindner: die FDP in Thüringen ist von der AfD übermannt worden.
Herr Kemmerich: Ich bin von der AfD ausgetrickst worden.
Frau Kramp-Karrenbauer: Ich erwarte von der SPD und den Grünen, dass sie einen Kandidaten aufstellen, der das Land nicht spaltet.

Häääääh??????????

Dass die Braunen in Thüringen so stark geworden sind, lässt viele Fragen aufkommen. Wirkt sich jetzt aus, dass es in der DDR nie eine aktive Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich gegeben hat? Ist so viel Frust gewachsen, dass der Geschmack der Freiheit fade geworden ist?
Mir ist dieses Bild vom Opfer der Übernahme durch die Wessis zu billig. Man kann sich in der Rolle des Gebeutelten auch sehr bequem einrichten. Auch im Westen hat es gebrochene Biografien gegeben. Auch hier sind ganze Industriezweige zusammengebrochen. Aber es gibt immer Lösungen. Wer wie ich die ostdeutschen Länder direkt nach der Wende besucht hat und das heute wieder tut, fragt sich, auf welchem Niveau gejammert wird. Ich bestreite keinesfalls, dass nach der Wende immens viele Fehler gemacht worden sind. Aber es hat auch eine grandiose Entwicklung gegeben. Ich nenne einmal als Beispiel Greifswald. Die Stadt war so verfallen, dass der Abriss aller historischen Gebäude kurz bevorstand und das war auch so von der SED geplant. Man wollte eine sozialistische Stadt. Heute glänzt Greifswald in alter Schönheit, die Universität ist weltweit anerkannt. Die Stadt verfällt nicht, sie lebt.
Wie sehr die Entwicklung hin zum Rechtsradikalismus in die Irre führt, zeigt ein Beispiel aus meinem weiteren Umfeld. Eine Familie hat vor vielen Jahren zwei tamilische Kinder adoptiert. Eines dieser Kinder ist ein tüchtiger Arzt geworden und er hat eine junge Frau aus Thüringen geheiratet. Die Familie der jungen Frau fragt, ob das Paar nicht nach Thüringen ziehen wolle. Der junge Mann, dem man die tamilische Herkunft deutlich ansieht, fragt: Glaubt ihr, ich bin lebensmüde?

Ich hoffe wirklich, dass die Ereignisse von Thüringen die Mehrheit der Bevölkerung aufrütteln. Es hat sich gezeigt, wie wachsam man sein muss. Was mir Sorge macht ist die Überzeugung, dass die Herrschaften sehr wohl wussten, was sie taten. Man hat wohl geglaubt, die Aufregung würde sich schnell wieder legen und man könne dann zur Tagesordnung übergehen. Dass das nicht möglich war, weil es den Zorn aller Demokraten gab, tröstet mich und lässt mich hoffen, dass man den braunen Schlamm eindämmen kann.

Und jetzt möchte ich in aller Ruhe weiterstricken und schicke noch Grüße an Andrea, bei der es immer so tolle Stricktreffs gibt. Leider zu weit weg.











Kommentare:

  1. Wie schöne Frühlingsblüher du gefunden hast! Bei der Sache mit dem Schlüssel musste ich schmunzeln. Wahrscheinlich warst du gedanklich noch mit dem herrlichen Strickmuster verheddert.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  2. Schlüssel - ein ewiger Schreckensmoment! Aber der Meister ist auf diesem Gebiet ist bei uns der Herr K. Wir haben sogar schon mal den Schlüsseldienst zum Auswechseln des Schlosses beauftragt, kurz bevor wir in ein Konzert mussten. Beim Heimkommen holte der Herr den Schlüssel aus der Hosentasche, aber der Schlüssel passte nun nicht. Es war der verloren Geglaubte und nicht gründlich gesuchte...
    Wie schön, dass ihr Helfer im Garten habt! Der Herr K. wünschte sich das ja von der Entlastungspflege, aber das war ein Reinfall. Der garten ist jetzt halt so, wie er ist. Wir sind ja auch nicht mehr tippitoppi. Was machst du übrigens bei der Physiotherapie? Einzelbetreuung?
    Einen feinen Sonntag wünsch ich dir!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Magdalena,
    Schlüssel suchen ist der reinste Horror, gell. Zum Glück hat er sich ja eingefunden!
    Dein Strickprojekt sieht jetzt schon sagenhaft schön aus. Weiterhin viel Freue bei der Fertigstellung.
    In der Natur sind ja überall die Frühblüher schon eifrig, gell. Schöne Bilder hast Du gemacht.
    Hab einen angenehmen Sonntag,
    herzlichst moni

    AntwortenLöschen
  4. Oh ja, die Sucherei kenne ich auch. Ich habe mal in der ganzen Wohnung nach meiner Lesebrille gesucht und sie nirgendwo finden können. Als ich später an einem Spiegel vorbeikam, sah ich sie, sie steckte mal wieder auf meinem Kopf. ;-)
    Liebe Grüße
    Sigi

    AntwortenLöschen
  5. ...wie gut, liebe Magdalena,
    dass du deinen Schlüssel wieder gefunden hast...da hat man für alles einen festen Platz und steckt es in Gedanken mal woanders hin, das kenne ich auch...deine Strickerei sieht schwierig aus, so ein Muster kann ich nicht...

    wünsche dir einen ruhigen Sonntagabend und einen guten Start in die neue Woche,
    liebe Grüße Birgitt

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Magdalena,
    als ich mich am 21. Januar früh morgens auf den Weg nach Norderney gemacht habe war mein Wohnungsschlüssel unauffindbar, mein Sohn könnte den Schlüssel während meiner Abwesenheit auch nicht finden. Wieder daheim habe ich den Schlüsselbund in einer Rocktasche gefunden, den Rock trug ich am Tag vor meiner Abreise.
    Die Geschehnisse in Thüringen machen mir Angst, schlimm die Geschichte Deines Bekannten.
    Viele Grüße Margot

    AntwortenLöschen
  7. solche schlüsselbundgeschichten kenne ich zur genüge!! ich hab auch schon mal mein portemonnaie im kühlschrank wiedergefunden ;))!
    dieses rumgeeier, was sich jetzt in thürignen und in berlin bei cdu und fdp abspielt ist ein echtes armutszeugnis. man mag nicht mehr hinhören. heute so, morgen so. hat eigentlich jemand mal die verantwortung für diesen skandal übernommen? ach ja, herr ramelow ist ja selber schuld...
    liebe grüße
    mano

    AntwortenLöschen
  8. Wie hoch der "Zeitanteil SUCHEN" in meinem Leben ist, möchte ich eigentlich gar nicht wissen - und da bin ich sicher nicht allein. Wichtig ist, es findet sich alles auch wieder ein ;-))
    Schöne Woche,
    Luis

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Magdalena,
    es ist schön, wenn man zum Zahnarzt geht, und es ist weniger schlimm als befürchtet. Ich hoffe, das gilt auch für meinen nächsten Zahnarztbesuch.
    Mir passiert leider öfters, dass ich irgendetwas irgendwo hin lege, dieses Irgendetwas keine zwei Minuten später wieder brauche und ich weiß nicht mehr, wo ich es hingelegt habe...
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    AntwortenLöschen