Mittwoch, 8. Juni 2016

Mittwochs mag ich

Kunst, Kultur und Vielfalt und Schimpfen: Ihr werdet sehen. Das muss heute mal sein. Welch ein Genuss, die Besuche im Metropolitan Museum of Art und im Guggenheim Museum. Wir konnten natürlich nur aussuchen, aber das hat auch gereicht. Chinesische Keramik z.B.:


wirkt sehr modern, ist aber 1000 Jahre alt.
Das Metropolitan Museum of Art ist so groß wie der Louvre, man muss also aussuchen.

Das Guggenheimmuseum ist wesentlich kleiner , nichtsdestoweniger sehr beeindruckend.
Am besten fängt man in der obersten Etage an und spaziert dann langsam die Kreise ab bis unten. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst des 20. Jh., vor allem Vertreter des Bauhauses sind zu bewundern.







Und dann hat man das Vergnügen, mit schöner Regelmäßigkeit zu lesen: verjagt aus Nazideutschland. Wo immer wir hinreisen, versuche ich ein klein wenig vom Kunstleben dort mitzubekommen und immer, immer lese ich diese Sätze: ...musste fliehen, .......seine Kunst wurde entartet genannt, ....durfte nicht mehr ausstellen..., bekam Berufsverbot......


Besonders gut gefiel mir dieses Werk von Laszlo Moholy-Nagy. Er stammte aus Ungarn, war lange Jahre am Bauhaus tätig und bekam - na, was wohl? - Berufsverbot durch die Nazis. Er emigrierte und gründete später das Neue Bauhaus in Chicago.



Das hat mich total fasziniert. Metallstäbe und -schnüre, das Werk eines irakischen Künstlers, der - genau, was sonst - fliehen musste.

Während meines Studiums war ich lange im Ausland und musste immer wieder kritische Fragen beantworten, wie das denn nun mit Deutschland weitergehe. Im Laufe der Jahre und auch durch die Auslandserfahrungen meiner Kinder habe ich irgendwann geglaubt, dass unser Land den Weg in die Demokratie geschafft hat. Die vielen ausländischen Gäste, die wir hatten, waren häufig verblüfft, wie offen, modern, tolerant und kulturell vielfältig unser Land ist.
Und da kommen jetzt geistig minderbemittelte Spießbürger daher und meinen, sie können wieder nach der Ausgrenzung grölen??????? Und wenn man sie mit ihrer Dämlichkeit konfrontiert, dann kommt da tatsächlich: das habe ich nie gesagt (ja wie ist das gefilmt worden? in der Muppetsshow?), das ist falsch interpretiert, nein, das haben sie falsch verstanden..........

NEIN, wir haben gar nichts falsch verstanden. Es stimmt, und man kann es mit den Filmaufnahmen beweisen, diese Leute -  Herr Höcke und Herr Gauland und der ganze Rest der Flachpfeifenmannschaft- ,nicht wir, sind Vollidioten. Diese Hetzer und Gröler wollen unser Land wieder klein und eng machen. Es soll wieder vorgeschrieben werden, was man wie und wann zu denken hat und am besten wäre es für diese Typen, wenn wir das Denken abschaffen würden. Kann man ja verstehen, dann müssten sie sich selbst nicht mehr so schrecklich anstrengen mit dem Denken. Auch wenn ihr Leute von der AfD solche Bangbüxen seid: Kunst, Kultur und Vielfalt ist tollllllll! Da muss man nicht fies vor sein, das tut auch nicht weh!
Mittwochs mag ich Kunst und Schimpfen, daher ab zu Vanessa.


Kommentare:

  1. Liebe Magdalena,
    sehr anschaulich berichtet. Ja leider ist es so, dass wir immer noch
    mit unserer Vergangenheit konkrontiert werden, einer Vergangenheit die
    durch die von dir genannten Personnen wieder in den Fokus gerückt wird.
    Es ist für mich unverständlich, wie man diesen Menschenfängern nachlaufen kann.
    Einen angenehmen Wochenteiler wünscht
    Irmi

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  2. Hallo Magdalena. Viel Interessante Dinge zu sehen manches findet man nicht schön. Aber jeder mag es anders.
    Schöne Woche noch und liebe GRüße Jana.

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  3. Was sagte schon Goethe?
    „So schaffet Mannigfaltigkeit die höchste Lust.“
    Und Friedrich Rückert, dessen 150. Todestag wir gerade begehen, beherrschte mindestens 44 weitere Sprachen neben Deutsch, übersetzte den Koran und hielt JEDE Kultur für kostbar und hielt es für gut, sich mit dem Fremden zu beschäftigen. Die beiden fanden selbst unsere vom Dritten Reich verbildeten Eltern gut. Aber unsere jetzigen Abendlandretter entblöden sich ja inzwischen immer mehr und lassen heraushängen, welch Geistes Kind sie sind.
    Übrigens haben etliche Lehrer des Bauhauses im Exil in den USA gelehrt, z.B. am Black Mountain College, wo die unvergleichliche Ruth Asawa studiert hat.
    Zu Peggy Guggenheim, die ihre Sammlung ja dem Onkel ( der mit dem New Yorker Museum ) vermacht hat, gibt es übrigens auch ein Post bei mir.
    Ich liebe all diese Vernetzungen in der geistigen Welt. Da ist man immer wieder geplättet von all der Kleingeistigkeit der Mitmenschen.
    Ich habe mich 40 Jahre sehr bemüht ( mehr als MIR gut tat ), junge Menschen echt zu bilden. Aber momentan kommen mir da echt Zweifel am Ergebnis...
    Herzliche Grüße
    Astrid

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    1. Die Zweifel habe ich auch ab und zu, vor allem, wenn ich mal wieder lange mit dem Zug gefahren bin. Heiliger Strohsack, da kann man was erleben vom deutschen Bildungsnotstand. Andererseits lerne ich vor allem durch meine Kinder so großartige und engagierte junge Leute kennen, dass ich dann doch wieder ganz zuversichtlich bin.Also lassen wir uns doch bitte nicht unterkriegen!
      LG
      Magdalena

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