Samstag, 25. Juni 2016

Ohne Bilder

Ohne Großbritannien muss es eigentlich heißen. Eigentlich stand ein ganz anderes Thema an, aber ich muss mal meinen Ärger los werden. Ich habe festgestellt, dass seit gestern ein Fehler auf dem Bloggerprogramm unterwegs ist. Ich kann keine Bilder posten und hoffe, dass das Problem bald behoben wird. Aber ich poste hier dennoch, weil ich unglaublich zornig bin. Es tröstet ja nicht, dass die Entscheidung der alten Engländer ihr eigenes Land am härtesten treffen wird. Es gibt inzwischen erschütternde Statements von jungen engagierten Briten, die hart gearbeitet haben, um bei der EU arbeiten zu können. Sie stehen vor einem Scherbenhaufen ihrer Existenz. Hoffentlich können wir hier verhindern, dass die Populisten mit ihren angeblichen Wahrheiten Stimmung machen. Wir erleben ja gerade, was die AfD anrichtet. Ich bin sowieso schon fassungslos, dass es in Ostdeutschland möglich ist, dass ein NPD-Mann Bürgermeister wird. Wie viel Dummheit kann eine Gesellschaft ertragen?
War den alten Briten eigentlich klar, dass die Gibraltarfrage wieder da ist, dass der offene Grenzverkehr zwischen Nord- und Südirland hiermit beendet ist, dass das Jobs ohne Ende kosten wird?
Unsere Kinder haben bisher die europäische Freiheit und Offenheit genossen und sie wissen auch - wir sollten es alle wissen -, dass genau da die Stärke Europas liegt, dass in der Vielfalt und Freiheit ein geradezu unendliches Potential liegt, unerschöpflich an Intelligenz und Ideenreichtum.
Großbritannien schrumpft sich gerade zum Drittweltstatus. Und warum? Weil ein eitler, machtgeiler Premierminister glaubte, er könne seine Position stärken. Die Geister, die er rief........
Wundert es? Schon kommt aus Cornwall, das mit großer Mehrheit für den Brexit gestimmt hat, aufgeregtes Fordern: die bis 2020 zugesagten Fördergelder müssten aber trotzdem kommen. Ja, geht's noch?
Eine der größten Errungenschaften des kriegsgeschundenen Europa wird mit Stammtischparolen und Lügen zertrampelt.
Im Bekanntenkreis meiner Kinder gibt es mehrere deutsch-englische Ehen, wo der englische Partner immer noch den englischen Pass hat. Übereinstimmend: es wird die deutsche Staatsangehörigkeit vorgezogen.
Ich würde euch jetzt hier gerne einen hübschen Blumenstrauß malen, geht leider nicht. Wahrscheinlich liegt das Bloggerprogramm heulend in der Ecke, weil die Briten den Verstand verloren haben. Ich hoffe, das übrige Europa kratzt an Hirnschmalz zusammen, was nur möglich ist.
Ich wünsche euch trotzdem ein schönes Wochenende trotz Dauerregen.

Kommentare:

  1. Oh du Gute, ich versuche heute im Blog und in Gesprächen diesen Paukenschlag zu bewältigen. Du tust das hier sehr viel vehementer, persönlicher als ich, was mir durchaus gefällt ( ich habe mich wohl früher zu oft angreifbar gemacht, da versuche ich inzwischen sachlich zu bleiben ).
    Inzwischen bin ich bei Shakespeare & Thomas Morus angelangt, bei der Humanistischen Bewegung und stelle wieder fest, wie uralt & typisch menschlich diese Kontroversen sind.
    Ich wünsche mir, dass sich unsere Politiker auf die Gründerväter Europas besinnen. Kundgetan haben sie ja schon so was...
    LG
    Astrid

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  2. Danke für diesen großartigen Text, Magdalena, und auch Dir, Astrid, danke!

    Herzlichst
    Elena

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