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Samstag, 4. August 2018

Das Meer - meine Liebe

Was bedeutet mir das Meer? Astrid hat sich ein schönes Thema für ihre Linkparty ausgedacht:
Das Meer bedeutet mir sehr viel.

1. Dabei war meine erste Bekanntschaft mit dem Meer von tiefem Kummer geprägt. Ich bin als kleines Kind viel krank gewesen und meine Eltern wollten bestimmt nur das Beste für mich, als sie mich mit einer ganzen Truppe anderer Kinder mit dem Roten Kreuz nach Borkum geschickt haben. Sie konnten ja nicht wissen, was für Zustände dort herrschten. In den 6 Wochen habe ich genau einmal das Meer gesehen. Da mussten wir uns alle nacheinander vor eine Sandburg stellen, die wir gar nicht gebaut hatten, wurden photografiert, dann kam der nächste dran. Danach sind wir wieder zum Kinderheim gelaufen, und das Gelände haben wir dann nicht mehr verlassen. Jedes Kind bekam ein Bild mit nach Hause, damit auch alle Eltern glaubten, wir hätten uns jeden Tag am Strand vergnügt. Ich könnte da noch einiges erzählen, aber das gehört zu einem anderen Thema. Aber tatsächlich habe ich dieses Bild noch. Achtet mal auf die Schatten. Ganz links seht ihr die Silhouette einer Rotkreuzschwester, der Frau des Grauens.


2. Später, als meine Eltern ein Auto hatten, bin ich mit ihnen an der Küste gewesen und sehr begeistert war ich von einem Ausflug nach Wangerooge. Davon habe ich natürlich keine Bilder.
3. Wie wild die Nordsee sein kann, habe ich zum erstenmal bei meiner Überfahrt nach England erlebt während des Studiums. Damals war die Koffersicherung eher noch improvisiert und bei Windstärke 9 war ich ununterbrochen damit beschäftigt, meinen Koffer daran zu hindern, durch die Gänge zu sausen, bzw. ihn davor zu bewahren von anderen Passagieren voll gek..t zu werden.
4. Meine wirkliche Begeisterung vor allem für die Nordsee kam erst, als ich meinen Mann kennenlernte, der seit seinem 3. Lebensjahr viele Sommer mit seinen Großeltern auf Norderney verbracht hatte. Da war es nur logisch, dass unsere Hochzeitsreise nach Norderney ging.
5. Ganz besonders lieben wir den Winter auf der Insel, den Sturm, die Kälte, die wilde See.
Einmal habe ich eine richtige Sturmflut erlebt. Da begreift man den Spruch vom blanken Hans. Über die Jahre konnten wir auch die Entwicklung des Küstenschutzes beobachten. Das flößt einem schon enormen Respekt ein.



Bei jedem Besuch schauen wir uns die Vorführung der Seenotretter an, deren Arbeit man nur bewundern kann.
6. Durch Freunde haben wir unsere Liebe zu Texel entdeckt.



7. Das Mittelmeer, das eigentlich die Wiege europäischer Kultur ist, hat ja inzwischen eine traurige Berühmtheit erlangt. Unsere Reise in die Provence und an die Côte d'Azur war sehr schön, aber das Wasser war mir zu warm, die Strände zu voll, der Autoverkehr unerträglich.


Aber den Ausflug von Marseille zum Château d'If (wer die Geschichte vom Graf von Monte Christo kennt, weiß dass es früher ein berüchtigtes Gefängnis war) haben wir sehr genossen.

8. Als wir vor 2 Jahren in New York waren, haben wir extra noch einen Ausflug nach Coney Island gemacht, um mal von der anderen Seite Richtung Europa zu schauen. Der Blick auf die Brücke, unter der alle Einwanderer herkamen, die mit dem Schiff ein neues Leben erhofften, hat mich sehr berührt. Ich bin immer wieder verblüfft, das so große Teile der amerikanischen Gesellschaft wohl vergessen haben, dass ihre Vorfahren auch fast immer Flüchtlinge waren, und zwar überwiegend sog. Wirtschaftsflüchtlinge.



9. Das Meer der Bretagne hat mir sehr gefallen, so wild wie die Nordsee, wunderbare zerklüftete Buchten, herrliche Wellen
10 Über die Ostsee fahren wir immer, wenn wir nach Schweden fahren, die kurze Fährfahrt ist immer eine willkommene Pause, und mit der Meeresbrise schnuppert man schon Ferienluft. Die Ostsee hat uns auch gefallen, vor allem Warnemünde und die Steilküste von Schleswig-Holstein. Aber die Nordsee ist wohl eher unser Ding.


Diesen wunderbaren Sonnenuntergang haben wir an der Ostsee genossen.
11. Die Mitternachtssonne auf den Lofoten und unser erstes Whalewatching vor der Küste von Andenes hat uns rundweg begeistert. Im Winter sind wir auch nochmal dort gewesen und das hat die Begeisterung eigentlich nur noch gesteigert.



12. Als wir auf Madeira waren, hatten wir von unserem Hotelzimmer freien Blick bis Südamerika - ein seltsames Gefühl, besonders als wir den Nachbau der Santa Maria sahen. Mit solch einem Schiffchen ist Christoph Columbus über den Atlantik gefahren!!!!



13. In Australien habe ich zum erstenmal im Pazifik gebadet und die australische Küste hat uns mit ihrer Vielfalt beeindruckt.



14. In Neuseeland haben wir den Blick auf die Tasmanische See und auf den Pazifik genossen.


Bay of Islands



15. Zum Schluss kehre ich zur Nordsee zurück, die ich besonders mag. Die wilden Wellen auf Helgoland....




.... Wattwandern vor dem Norderneyer Leuchtturm...





In dieser Woche stand eine beeindruckende Anzeige in der SZ, die ich mehr schlecht als recht photografiert habe. Klare Bekenntnisse zum Recht und zur Achtung der menschlichen Würde ist das, was wirklich gebraucht wird.




Vielleicht wird das Mare Nostrum ja noch einmal ein Meer der Barmherzigkeit.

Ich lege jetzt eine Blogpause ein. Habt es fein.

Kommentare:

  1. Schön, dass du vorher noch mitgemacht hast und so schöne Fotos beigesteuert hast! Einige Reiseziele haben wir ja gemeinsam, aber zum Pazifik bin ich nicht gekommen...
    Die Erholungsheimerlebnisse kann ich mir gut vorstellen, ich habe auch einen Menschen an meiner Seite, der schon zu Nazizeiten, aber auch hinterher in solchen Heimen gelitten hat.
    Eine erholsame Pause!
    Astrid

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  2. Die Nordsee mochte und mag ich sehr. Sie war mein "erstes" Meer und hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Und natürlich liebe ich den Pazifik - in weniger als einer Stunde kann ich dort sein, und ich liebe all seine verschiedenen Stimmungen.

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  3. Liebe Magdalena,
    schöne Seiten vom Meer zeisgt Du vor Deiner Blogpause! Ich mag das Meer auch sehr gern, aber soiele Seiten wie Du habe ich noch nicht kennengelernt. Danke für die schönen Bilder!
    Hab einen schönen und zufriedenen Tag und eine entspannte Blogpause!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  4. als du von deinem "erholungsaufenthalt" auf borkum schriebst,ist mir ganz schlecht geworden. ich wurde auch mit fünf jahren nach st peter ording verschickt und habe ähnliches erlebt. ein trauma, das mir heute noch manchmal nachhängt. 50er-jahre-erziehung par excellance!! wussten die es damals nicht besser oder war es hass auf kinder? diese "tanten" würde ich heute noch anklagen, echt!! ich könnte glatt einen roman dazu schreiben..
    ansonsten ist dein meer-bericht aber ganz wunderbar und es hat mir gefallen, dass du mich an viele meere der welt geführt hast. ich mag nord- und ostsee und den atlantik, das mittelmeer ist mir zu süßlich.
    liebe grüße und eine schöne blogpause!
    mano

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  5. Liebe Magdalena,
    ich habe inzwischen auch an einigen Küsten Urlaub gemacht, aber in den letzten Jahren habe ich Borkum und eben die Nordsee lieben gelernt. Ich mag es nicht mehr so heiß, sondern genieße eher kühlere Temperaturen, die rauere See und auch kräftigere Windböen.
    Mein Mann hat als Kind übrigens auf Borkum ebenfalls so schlechte Erfahrungen gemacht. Er hatte wie viele Kinder kurz nach dem Krieg eine Tuberkulose und wurde deshalb an die Nordsee geschickt, aber gesehen hat er sie auch so gut wie nie.
    Liebe Grüße
    Sigi

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  6. so viel Meer. Ich finde deine Bilder alle sehr schön - und vor allem auch deine Berichte dazu.
    Den Artikel der SZ fand und finde ich auch sehr gut.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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